„Unglaublich, die schiessen 4 mal aufs Tor und machen 3 Buden. Absolut Unverdient!“
Der Archivar analysierte kurz vor der Halbzeit, mit diesem Satz, fachmännisch das Spiel. Ja besser kann man es eigentlich nicht sagen und mann müsste das Blog hiermit beenden. Aber ich will mal nicht so sein.
Die Tour war gestartet als der Archivar mich gegen 12 einsackte. Ohne Probleme erreichten wir gegen 15 Uhr unser Hotel in Erlangen-Tennelohe. Während ich den Spielbericht vom Mamöspiel tippte, bereitete der Archivar alles fürs zoggen vor. Nach einer kurzen Zoggerrei, welche ich standesgemäß gewann, ging es los nach Fürth.
In Fürth angekommen, parkten wir auf einem Betriebsparkplatz, welcher als Parkplatz fürs Spiel ausgewiesen war. Mit der Bitte unser Auto aber nach Spielende unverzüglich zu entfernen, machten wir uns dann per Fuß auf zur Trolli-Arena. Hiermit verleihe ich den Preis des dümmsten Stadionnamen an Fürth, deshalb werde ich das Stadion fortfolgend auch nur noch Sportpark Ronhof nennen.
Der Sportpark liegt mitten im Wohngebiet und erscheint erst nach einer kleinen Kurve im Sichtfeld. Von außen sieht man zunächst sehr viel Blech und dann nochmehr Blech. Nachdem der Archivar sein Programmheft holte und somit höchst Zufrieden gestellt war, ging es rein in den für mich neuen Ground.
Im Stadion angekommen holten wir uns zunächst eine verdammt leckere Nürnberger Bratwurst, ehe wir den Block betraten. Von innen sah das Stadion äußerst gewöhnungsbedürftig aus. Es gibt eigentlich keine wirkliche Form die das Stadion näher beschreibt. Nahezu jede Tribühne wurde Extra gebaut und unterschiedlich groß gestaltet. Das Highlight war aber sicherlicher das dreistöckige Haus rechts neben der Haupttribühne, welches die VIP-Lounge darstellte. Also meinen Geschmack traf das Stadion garnicht.

Schön oder nicht?
Die Fürther Ultras betraten das Stadion eine gute Stunde vor Spielbeginn, und begannen dann erstmal für 10 Minuten sich warm zu Singen, war sehr nett anzuschauen.
Das Stadion füllte sich nach und nach, am Ende sollten es laut Durchsage 6.150 Zuschauer gewesen sein, davon geschätzte 150 aus Paderborn.
Zum Einlauf der Mannschaften zeigten die Fürther Ultras ein kleines Spruchband mit der Aufschrift „AUF ZUM SIEG!“, von Paderborn jede Menge Fahnen zu sehen und alle mit einer gelbroten Wollmütze im Block. Nachdem wir noch via Facebook einige grüße an unsere Leipziger Freunde gesandt hatten, ging das Spiel auch schon los.

Die Heimkurve! Auf zum Sieg!
Das Spiel begann dann auch gleich mit einem Paukenschlag der Kleeblätter, wie ganz Fürth den Verein nennt. Bereits in der 5. Minute konnte Pekovic nach einer Ecke zur 1:0 Führung einköpfen. Paderborn ließ sich davon jedoch nicht Schocken und spielte munter mit. Nach dem Gegentor spielte eigentlich nur noch Paderborn. Sie vergaben allerdings alle ihre Möglichkeiten, die Größte sicherlich in der 23. Minute als der Fürther Hüter zunächst einen Schuss abwehren musste und den folgenden Kopfball dann auch noch über die Latte lenken konnte. Eine Riesenszene.
In der 29. Minute konnte Fürth dann über die linke Außenbahn durchbrechen, eine Flanke von links schlagen und Nöthe zum 2:0 einköpfen, ein Tor wie aus dem nichts. Auch davon ließ sich Paderborn nich schocken und hatte eine Minute später wieder extremes Pech, als sie einen Freistoß nur an den rechten Pfosten nageln konnten. Unfassbar.
Keine drei Minuten später Fürth mit dem 3. Torschuss ebenfalls Aluminium, nur das es die Latte war. In der 35. Minute kamen die Fürther dann aber doch zum 3:0. Wunderschöner Doppelpass auf der linken Strafraumseite, dadurch kamen die Fürther bis zur Grundlinie, von wo der Ball scharf in die Mitte vors Tro gepasst wurde. Occean stand wo ein Stürmer stehen musste und schoss zum 3:0 ein. Völlig unverdient und viel zu Hoch.
Der Archivar beglückte mich mit seiner fachmännischen Analyse, die ich teilte. Das hätte hier auch gut und gerne 2:2 stehen können, aber niemals 3:0 stehen dürfen.
Danach vernahmen wir ersteinmal die frohe Kunde aus Leipzig, der Brauseclub hatte 1:0 verloren, uns war es recht, endlich wieder normale Presse in Leipzig.
Die zweite Halbzeit begann dann hektisch, Paderborn gab sich nicht auf, erspielte aber keine zwingende Chance. Dies brachte den Trainer von Paderborn so auf die Palme, dass dieser vom Schiedsrichter freundlichst auf die Tribühne gebeten wurde.
Dies brachte widerrum Palionis so auf die Palme, dass er sich zu einem Frustfoul im Mittelfeld hinreissen ließ und dafür völlig zurecht den roten Karton sah. Um mich selbst zu zitieren: „Hierfür muss es Rot geben und nix anderes!“.
Der Archivar verblüffte mich dann bei der Auswechslung von Schröck erneut mit seinem unfassbarem Fachwissen, als er ganz trocken erwähnte: „phillipinischer Nationalspieler!“. Mir blieb nix anderes übrigs als ihn mit offenem Mund und ungläubigem Blick anzusehen.
Ab der 75. Minute nahm das Spiel nocheinmal Fahrt auf, beide Mannschaften kamen noch zu einem Aluminumtreffer. Und das Kleeblatt in der 79. Minute zum 4:0. Diesmal eine Flanke von rechts, welche der freistehende Pektürk volley zum 4:0 verwerten konnte. Das war es dann aber auch. Insgesamt ein schönes Fußballspiel, was aber für meinen Geschmack um 2 Tore zu hoch ausgefallen ist und dennoch muss man sagen, dass der Sieg der Fürther verdient war.
Neben dem Spiel brachte mich der Stadionsprecher zum Schmunzeln, als er vor dem Spiel erzählte es sei alles so schön Grün im Stadion und das dies doch bitte immer so sein könnte. Als er dies erwähnte war das Stadion kaum gefüllt und lediglich das Grün der Sitze stach massivst herrvor. Ob dies immer so sein sollte, nunja das muss die Spvgg selbst wissen.
Die ca. 150 Paderborner waren auf unseren Plätzren kaum zu vernehmen, machten jedoch in der ersten Halbzeit mit ordentlich Bewegung auf sich aufmerksam. Nach dem 3:0 war der Drops aber auf paderborner Seite gelutscht. Danach kam nicht mehr viel, aber wer sollte es ihnen auch verübeln.
Ganz anders dagegen die Heimseite. Die Fürther Ultras machten 90 Minuten dauerpalermo im Mittelblock. Der Capo, welcher ein Mikro- statt Megafon in der Hand hielt, heizte den Block über die Beschallungsanlage oderntlich ein. Mit melodischen langen Liedern, welche sehr oft wiederholt wurden, konnte der Block voll und ganz überzeugen. Als der Capo das Spvgg buchstabierte wurde es wirklich brachial Laut, unfassbar. Im Heimblock waren immer so 300 bis 500 Mann in Bewegung. Ich muss zugeben, dass dieser Auftritt micht positiv überrascht hat.
Für diese kleine und junge Szene war das einfach Senstionell. Man merkte das die Jungs richtig Bock hatten, und so sangen sie und waren ständig in Bewegung. Gut es war jetzt nich das beste was ich je gesehen hatte, aber es war einfach gut! Dafür ein dickes Lob, das ist ein ganz gewichtiger Grund Fürth nocheinmal zu besuchen. Das Stadion wiederrum ist es nicht.


Gäste- und Heimanhang, das Gesangsduell ging an Fürth!“
Als Fazit bleibt ein sehr gelungener Auftakt der Tour und die Erkenntnis dass, das Kleeblatt in Fürth allgegenwärtig ist und dabei wichtiger einzuschätzen ist als der Name Greuther.
Weitere Bilder gibt es hier!
Spielüberblick:
Spvgg Greuther Fürth: Grün – Nehrig, Kleine, Mavraj, Schmidtgal – Sararer, Pekovic, Prib, Schröck – Nöthe, Occean
SC Paderborn 07: Kruse – Wemmer, Mohr, Strohdiek, Bertels – Krösche, Alushi – Meha, Brückner – Brandy, Proschwitz
Tore: 1:0 Pekovic (5.), 2:0 Nöthe (29.), 3:0 Occean (35.) 4:0 Pektürk (76.)
Zuschauer: 6.150


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