Bayern gegen Ingolstadt

„Das ist ja wie im Paradies hier!!“

Diesen Satz verlor der Archivar gestern in München, bei einem kurzem Besuch des Trainingsgeländes des TSV 1860, weil sie dort alte Programmhefte kostenlos verteilten.
Die zweite Etappe der Hoppingtour stand an und sie sollte uns nach München führen. Am Abend sollte dort der FC Bayern gegen den FC Ingolstadt im Pokal eine Runde weiterkommen.

Wir machten uns also früh auf in die bayrische Landeshauptstadt. Besuchten zuerst die Säbener Straße, wo ich mir ein Trikot der Bayern zulegte und der Archivar einen Zollstock, dann gings zu den Blauen, wo der Archivar sich noch einen Zollstock, für den Papa Archivar, holte und gefühlte 1.000 kostenlose Programmheftchen einsackte.

Anschließend zog es uns zum Olympiapark, wo wir unser Auto abparkten und dann ein wenig das Olympiastadion besichtigten. Für zwei Euro konnten wir es sogar von innen besichtigen. Wirklich ein traditionsreiches Stadion in dem man quasi auf jedem Sitz die Tradition und die große Geschichte spühren kann. Überhaupt das gesamte Olympiagelände ist ein Ort der Ruhe, mitten in der Groß-, ach was rede ich, Weltstadt.
München, diese Stadt kann ich wahrlich mit Fug und Recht als meine zweite große Liebe, nach meiner Freundin, bezeichnen.

Olympiastadion München
Traditionsreiche Städte

Danach noch etwas Kulturhopping gemacht und gemütlich etwas gespeist, ehe es zum Stadion am Kurt-Landauer-Weg ging.
Es gibt im Fußball selten einen schöneren Weg zu einem Stadion, als dieser in München. Man steigt aus der U-Bahn aus und läuft auf diesen roten Komplex zu, das ist einfach wahnsinn, und sieht wirklich absolut malerisch aus, es beeindruckt mich jedesmal aufs neue.

Stadion am Kurt-Landauer-Weg
Malerischer Blick

Diesmal ein absolutes Novum, der Archivar posierte mit Bayernschal vor der Arena, sensationell! Besser noch er ließ ihn die ganze Zeit um und ging beim Spiel gut mit, da wird doch nicht noch einer sein Weltbild überdenken?
Aber das Paradies gab es für den Archivar beim Bayernspiel dennoch nicht, es gab kein Programmheft vom Spiel. Diese Kunde musste er natürlich schnell über Facebook verbreiten. Während unserer Freunde Theorien aufstellten, was nun in München passieren würde, gingen wir derweil ins Stadion.
Die beste Theorie hatte übrigens unser Göttinger Studente, der vermutete, dass der Archivar die Stadionbeschallungsanlage stürmen und übers Mikro ein lautes, für ihn typisches, SINNLOS verkünden würde. Passierte leider nicht, aber lustige Vorstellung.
Im Stadion angekommen noch mit ein paar alten Weggefährten aus meiner Münchner Zeit gequasselt, ehe es in den Block ging.

Der Archivar
Bayernfan oder ostdeutscher Hooligan?

Wir saßen in der Südkurve im obersten Rang und der Archivar war beeindruckt von der Sicht, auf die Dinge, äh den Platz.
Bayern mit halber B-Elf, traten nur mit Müller, Boateng, Rafinia, Kroos und Gustavo aus der Stammelf an.
Es war über 90 Minuten ein Spiel auf ein Tor und vorallem in der ersten Halbzeit taten sich die Bayern sehr schwer.
In der 13. Minute hatten die Bayern dann die erste Richtige Chance, als Tymoshchuk aus 19 Metern draufknallte, aber Kirschstein konnte mit einer feinen Parade retten.
Erst in Minute 33 konnte Müller dann von rechts an der Strafraumgrenze entlang tänzeln und abziehen. Der Ball wurde dann unhaltbar abgefälscht und die Roten lagen mit 1:0 in Führung. Ich am Ausrasten, der Archivar am geniessen.

Die zweite Halbzeit sollte aber um einiges besser werden. Die Bayern kamen schwungvoll aus der Kabine. In der 49. Minute wurde der Ball auf Alaba durchgesteckt, der zwei Verteidiger stehen ließ und mit einem strammen Schuss ins rechte Eck das 2:0 für den FCB besorgte.
Keine vier Minuten später wurde wieder der Ball in die Mitte durchgesteckt, Petersen lief allein auf den Hüter zu und konnte sich die Ecke aussuchen, er nimmt Links und peng 3:0 FCB. Das Spiel war entschieden.
Danach konnte Inglostadt nicht mehr und Bayern beglückte seine Fans mit Schönspielerrei. Es dauerte auch bis zur 71. Minute ehe der Ball wieder durch die Gasse der Abwehr den Weg zu Petersen fand, der wieder allein auf den Hüter ging, diesmal nahm er rechts und traf zum 4:0.
Die letzte Viertelstunde war dann ein einziges Chancen-Feuerwerk des Deutschen Rekordmeisters. In der 82. Minute kam Rafiniha über links in den Strafraum und spielte vors Tor, wo Maatip die Kugel zum 5:0 in die eigene Hütte abfälschte. Der Archivar war begeistert und ich vollendens zufrieden.
Mit dem Schlusspiff machte der eingewechselte Usami das 6:0 für den Champions League Sieger von 2001, indem er über links in den Strafraum marschierte und den Ball im rechtem Eck versank. Ihm gönnte ich das Tor richtig.

6:0 war also das auch in der Höhe verdiente Endergebnis. Ingolstadt, die selten aus der eigenen Hälfte kamen, hatten nicht eine ernstzunehmende Torchance. Jörg Butt im Bayerntor blieb 90 Minuten lang beschäftigungslos.

Zur Stimmung kann ich wenig sagen. Die Gästefans waren durch den Schweif des Flutlichtes von unserem Platz aus nicht zu sehen und man konnte auch keine nennenswerten Fotos machen. Ab und zu waren sie aber lautstark zu vernehmen. Die Südkurve, mit sehr viel Tifomaterial und ununterbrochenem Fahneneinsatz war optisch von oben schön anzusehen. Vernommen hat man sie aber nicht sehr lautstark, ich nehme an das dies an der Akustik des Stadions liegt. Was wirklich imposant ist, ist der Bayern-Wechselgesang, der jedesmal brachial laut geschmettert wurde.

Südkurve
Südkurve Herz und Seele unseres Vereins

Nach dem Spiel ging es zurück zum Olympiapark, wo man die Tageshöchstgebühr von 1,50 € fürs Parken bezahlte! Sehr sozial! Danach ging es auf die Autobahn, nochmal am Stadion vorbei und baaam Stau. Ne geschlagene Stunde. Gegen 2 waren wir dann wieder in Erlangen und totmüde im Neste. Achja so ein Peugeot gefahren von einem Chaoten macht bei 170kmh woltuende Geräusche.

Bilder findet ihr hier!

Spielüberblick:

FC Bayern München: Butt – Rafinha, J. Boateng, Luiz Gustavo, Contento – Tymoschtschuk, Pranjic – T. Müller (62. Olic), T. Kroos (73. Usami), Alaba – N. Petersen

FC Ingolstadt 04: Kirschstein – A. Görlitz, Pisot, M. Matip, To. Fink – Bambara, M. Metzelder, Knasmüllner (58. Leitl) – Caiuby (58. Buchner), Buddle (74. Akaichi), Quaner

Tore: 1:0 T. Müller (33.), 2:0 Alaba (49.), 3:0 N. Petersen (53.), 4:0 N. Petersen (70.), 5:0 M. Matip (82., Eigentor), 6:0 Usami (90.)

Zuschauer: 63.000


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