„Das magische Gefühl unverwundbar zu sein!“
Dies ist der Titel eines Tagebuches von Ernesto „Che“ Guevara de la Serna, indem er über seine erste Lateinamerika-Reise berichtet. Dieser Satz passt aber auch wunderbar zu meinen Gedanken zum Fußball. Fußball die schönste Nebensache der Welt, wie so schön gesagt wird. Doch ist es wirklich eine Nebensache, oder steckt hinter dem ganzen Gebilde sogar viel mehr?
Fußball ist in allererster Linie ein Sport. Ein Spiel, welches von 22 Männern oder Frauen betrieben wird, mit dem Ziel den Ball ins gegnerische Tor zu schießen und gleichzeitig zu verhindern, dass der Gegner das eigene Tor trifft. Das ist die Grundidee des Fußballsports.
Für mich, und ich denke da bin ich nicht der Einzige, ist es jedoch mehr als das. Es ist in gewisser Art und Weise mein Lebensinhalt.
Sicherlich sollte man vorsichtig sein, bei solch banalen Dingen von einem Lebensinhalt zu sprechen. Doch betrachten wir die Sache mal etwas näher, wird schnell klar, dass Fußball eben mehr ist als dieses Spiel.
Es gibt meiner Meinung nach zwei Möglichkeiten den Fußball zu seinem Lebensinhalt zu wählen. Dies wäre zum einen die Teilhabe am Sport und am Fußballverein, durch die Tätigkeit als Spieler oder als Funktionär. Schon wird der Fußball schnell zum Beruf, welcher sich als Lebensmittelpunkt darstellt und die Einkünfte der jeweiligen Person sichert.
Doch diese Betrachtungsweise soll hier nicht näher beachtet werden, da leider nur die Minderheit der Gesellschaft das Glück hat mit fußballerischem Talent gesegnet zu sein.
Die zweite Möglichkeit ist die Teilhabe am Sport als Fan und/oder als Vereinsmitglied. Man befindet sich im Bezug auf den Fußball eher in einer passiven Rolle. Man ist sozusagen außenstehend und hat nicht direkten Einfluss auf das sportliche Abschneiden des Vereines.
Und dennoch kann Fußball, auch wenn er nur ein Hobby ist, schnell zum Lebensinhalt werden.
Durch die regelmäßige Teilnahme an den Spielen, sei es zu Hause oder auswärts, lernt man jede Menge neuer Leute kennen und sieht viele fremde Städte und Dörfer. Bei mir ist es mittlerweile so, dass ein Großteil meines Freundeskreises auch aus dem Fußballumfeld kommt, die meisten davon sogar aus dem Vereinsumfeld. Man lernt sich durch ein gemeinsames Interesse kennen und bestreitet dann weitere Strecken des Lebens zusammen. Meine Partnerin konnte ich ebenfalls im Fußballkontext kennenlernen.
Viele Fans beschäftigen sich in der Woche auch mit dem Job. Genaue Analysen der Mannschaft werden erstellt, besonders schöne Choreografien oder Tore werden sich noch einmal angesehen. Manche verfassen ihre Gedanken und stellen sie auf privaten Blogs zu Verfügung. Andere wiederum reisen durch das Land und lernen Stadien und Städte kennen.
Jeder, der fußballliebend ist, wird sich auf seine Weise näher mit dem Sport und seinem Verein auseinandersetzten, wird dafür zeit seines Lebens opfern und dabei Spaß haben.
Für viele ist die emotionale Bindung zu ihrem Verein oder aber zum Fußballsport an sich, eine Art Lebenselixier. Denn egal wo man herkommt und wo man hinwill, das Fußballfansein eint unterschiedliche Bevölkerungsschichten. Bei manchen stellt der Verein eine Art Ersatzfamilie dar.
Bei mir ist es so, dass ein Gefühl von Freiheit und Entspannung einsetzt, wenn ich ein Fußballstadion betrete und meine Freunde um mich habe. Wenn ich das Spiel genieße oder aber mit meinem eigenem Verein mitfiebere.
Auch der Ausgang des Spieles begleitet mich meist einige Tage. Gewinnt mein Verein bin ich motivierter und fröhlicher, verliert er, kann auch schon mal Unlust einkehren. Und dennoch weiss ich, am nächsten Wochenende geht es wieder von vorne los.
Ist Fußball nun die schönste Nebensache der Welt oder doch eine Art Lebensinhalt? Das kann jeder für sich beurteilen.
Für mich ist Fußball eine Art Lebensinhalt, ein großer Teil meines Lebens, der mich zu dem machte, was ich bin.
Mir verleiht das Spiel und sein Umfeld manchmal, das magische Gefühl unverwundbar zu sein.


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