BSC gegen H96

„Ahu Ahu Abdellaoue, Ahu Ahu Abdellaoue, Ahu Ahu Abdellaoue …“

Sang der Gästeblock nach dem Führungstor der Hannoveraner immer und immer wieder. Das zweite Spiel der kleinen Tour lautete Hertha BSC Berlin gegen Hannover 96. Nachdem wir also am Vorabend in Berlin angekommen waren und bei unserem Kumpel gepennt hatte, wachten wir gegen 10 Uhr auf.

Ich war wohl der Erste, der so richtig Wach wurde, und scherte mich erst mal unter die Dusche. Da stehe ich also in der Dusche, einer Badewanne, und mache das Wasser an und merke sofort, wie das Wasser meine Füße unterspült. Im nächsten Moment rutsche ich zur Seite und fliege spektakulär in die Wanne. Ziemlich cooler und schmerzhafter Stunt hätte ich mich selbst beobachten können, hätte ich mich sicherlich ausgelacht. So blieb aber nur der Schmerz und der Spott der anderen. Naja gestern ging es ja auch gut los.

Nach einem ordentlichen Frühstück, einigen Beweisfotos mit einer Justin Bieber Pappfigur und 3 FIFA-Niederlagen für mich, machten wir uns dann langsam auf dem Weg zum Olympiastadion. Bevor es richtig losging, wurde aber noch ein spontanes Beweisfoto unseres Werderaners vor einer Hannover-96-Kleber-Collage gemacht. Bis auf ihn fanden wir das auch alle sehr erheiternd.
Nach einer guten Dreiviertelstunde Fahrt parkten wir am Stadion ab und trafen uns mit dem Rest der hannoverschen Meute. Der Werderaner, verabschiedete sich von uns und holte sich ein Ticket für die Tribühne. Ich ging mit dem Hannoveraner in den Gästeblock, gut das hieß wir versuchten es. Denn nachdem wir am Stadioneingang bereits kontrolliert wurden, durften wir uns am Blockeingang noch einmal anstellen. Nach einer geschlagenen Viertelstunde waren wir dann auch endlich drinnen, und oh Wunder ich wurde nicht noch einmal explizit kontrolliert. Das sind ja mal ganz neue Töne in Berlin.

Der Hannoveraner ging direkt in den Stimmungsblock, während ich mich weiter oben niederließ und der Dinge harrte, die da kommen mögen. Zum Einlauf der Mannschaften gab es eine kleine aber feine Pyroaktion von den Hannoverleuten. Danach begann das Spiel.
Der hannoversche Sportverein spielte diesmal in, den mir lieb gewonnenen Farben, Grün und Weiß. Die erste Viertelstunde des Spiels passte sich aber dem Wetter an, war also dementsprechend trostlos und kalt.

Erst in der 15. Minute hatten die Berliner die erste Großchance, welche aber Zieler spektakulär entschärfen konnte. Die Trostlosigkeit spiegelte sich im Übrigen auch im weiten Rund wieder, nicht ganz die Hälfte aller Plätze war besetzt. Für die Hauptstadt ein Armutszeugnis, auch trotz der Kälte.

Olympiastadion
Voll oder nicht?

Das Spiel hingegen regte auch nicht unbedingt zum Kommen an, es war einfach nur unglaublich langweilig. Die Hertha hatte zwar in der ersten Halbzeit die besseren Spielanteile, konnte sich aber keine nennenswerten Chancen erspielen. Bis auf diese in der 41. Minute, als Lasogga im 5 Meterraum angespielt werden, und der HSV den Ball gerade noch so von der Linie kratzen konnte. Sehr viel Sehenswerter wurde es aber nicht in der ersten Halbzeit, sodass ich mir in der Pause wünschte, es würde bald Enden.

Es wurde nun merklich kälter und das Spiel tat nach wie vor nix für die körperliche Erwärmung. Zur Pause kam dann bei Hannover Diouf, welcher bei den Fans große Hoffnungen weckte.
Hertha konnte zwar das optische Übergewicht aus der ersten Halbzeit halten, spielte sich aber nichts Nennenswertes heraus und so konnte Hannover in der 68. Minute etwas überraschend in Führung gehen. Der Neuzugang spielte auf Abdellaoue, welcher aus 20 Metern einfach mal abzog und das Ding in die Maschen jagte. Ansatzlos und überraschend, Kraft sah nicht wirklich gut aus. 1:0 für die Gäste.

Fahnenmeer
Berliner Sportclub

Der Block am Toben und der oben genannten Gassenhauer erklang lautstark. In der 75. Minute ging dann noch ein Herthaner mit Gelbrot vom Platz. Spätestens ab da wusste man eigentlich, dass hier nix mehr passiert und so war es dann auch.

Hannover 96 siegte in einem richtig schwachen Bundesligaspiel mit 1:0, ohne großartig etwas dafür getan zu haben. Das Berliner Rund leerte sich dann auch entsprechend flüchtig.

Die Ostkurve wieder gewohnt solide in der Stimmung, auch wenn diesmal nicht ganz so laut wie sonst. Allerdings war die Kurve auch nicht richtig gefüllt.

Aus Hannover kamen rund 2.000 Gäste in die Hauptstadt, sodass der untere Gästeblock ordentlich voll aussah. Stimmungstechnisch wurde es gut, wenn alle mitzogen, wie bei 96-Ole, oder HSV-Rufen. Ansonsten war wenig kreatives Liedgut dabei und die rund 300 Ultras mühten sich nach Kräften. Allerdings kam bei mir oben nicht viel an. Auch insgesamt fand ich den Auftritt, sehr emotionslos. Ich vermute das Hannover einen schlechten Tag erwischt hatte und die Temperaturen ihr übriges taten.

PYRO Hannover
Pyrotechnik ist doch kein Verbrechen …

Alles in allem war ich aber froh, endlich wieder am Auto zu sein. Nachdem wir unseren Hannoveraner verabschiedet hatten, ging es zurück in die Heldenstadt, welche wir auch problemlos erreichten. Unterwegs noch das 1:1 des glorreichen FC Bayern bejubelt, aber auch nur weil der Torschütze Olic war, ansonsten war dies auch viel zu wenig.

Gut das Herthaspiel hätte man sich in allen Belangen sparen können und dennoch war es ein tolles Wochenende mit meinen Freunden. Ich freue mich bereits auf die nächste Tour.

Weitere Bilder gibt es hier!

Spielüberblick:

Hertha BSC Berlin: Kraft – Morales, Hubnik, Neumann, Kobiashvili – Niemeyer, Ottl (83. Rukavytsya) – Ebert (66. Ronny), Lustenberger, Ramos – Lasogga

Hannover 96: Zieler – Cherundolo, Eggimann, Schulz (36. Avevor), Pander – Stindl, Schmiedebach (46. Diouf), Pinto, Rausch – Schlaudraff, Abdellaoue (89. Sobiech)

Tore: 0:1 Abdellaoue (68.)

Zuschauer: 36.997


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