SGD gegen SPVGG

„Wollen wir wirklich mit dem Auto fahren?“

Dieser Frage setzte mich der Hannoveraner am Freitagmorgen via Telefon aus! „Ja natürlich werden wir mit dem Auto fahren, wie wollen wir denn sonst die Tour bewältigen?“, war meine Antwort.
Der Hannoveraner dieser verrückte Typ schlug vor an diesem Wochenende die Partien Dynamo Dresden gegen Greuther Fürth und Hertha BSC gegen Hannover 96 zu hoppen. Ich sagte sofort zu, dass es just an diesem Wochenende zu einer sibirischen Kälte kommen sollte, konnte keiner von uns Ahnen.
Aber auch dem Wetter zu trotz, machten wir uns auf die Reise.

Für mich begann die Anfahrt nach Dresden schon mal denkbar beschissen. Nachdem ich noch schnell bei meinen Eltern etwas zu Mittag gegessen hatte, fuhr ich nach Taucha um den Dritten im Bunde, den Werderaner, abzuholen. Keinen Kilometer vom Elternhaus entfernt, gab es für mich erst mal ein schönes Erinnerungsfoto seitens des Staates. Fuck, geht ja gut los.

Nachdem ich den Werderaner eingesackt hatte, ging es dann auch schon direkt nach Dresden. Über eine freie Autobahn und mit wenig Stress konnten wir eine Stunde vor Spielbeginn den Wagen im Parkhaus abstellen. Draußen am Bahnhof warteten wir dann auf den Hannoveraner, welcher gesondert aus Berlin anreiste. Nach kurzen Jubelorgien und Umarmungen der Wiedersehensfreude ging es dann auch schon zu Fuß zum Rudolf-Harbig-Stadion.
Da der Hannoveraner einige Kontakte zu den Kleeblättern aus Fürth hegte, wollten wir uns diesmal in den Gästeblock gesellen. Dies stellte sich jedoch schwerer als erwartet dar. Zum Stadion fanden wir uns schnell, aber eine Ausschilderung zum Gästeblock war nirgends zu sehen. Als wir an der Dynamo Geschäftsstelle vorbei kamen und dort jede Menge Bullerei stand, hatte ich ja die Ahnung eventuell mal dort zu fragen. Doch der Hannoveraner nahm das Zepter in die Hand und so bewegten wir uns erst mal eine Runde ums gesamte Stadion herum. Als die Zeit knapp wurde und wir den Gästeeingang immer noch nicht gefunden hatten, musste dann ein Security daran glauben und wurde nach dem Weg befragt. Der wusste ihn auch nicht, sodass wir dann doch die Bullen fragten und siehe da, man gewährte uns Einlass. Hinter den Bullenwagen konnte man dann auch das Schild mit dem Hinweis zum Eingang Gäste, erkennen. Na super, das hätten wir auch schneller haben können.

An der Kasse dann wollte der Hannoveraner gern eine ermäßigte Karte, die waren aber aus. Der gute alte Werderaner hatte die Letzte ergattern können. Und so kostete die Stadionrunde, unseren Freund, zusätzliche zwei Euro fünfzig.

Mit dem Anpfiff betraten wir dann also den Gästeblock. Nachdem der Hannoveraner seine ganzen Bekannten begrüßt und wir einen guten Stehplatz gefunden hatten, konnte ich mich dann endliche dem Spiel widmen.
Es waren keine fünf Minuten gespielt, als Dynamo einen 50 oder 60 Meter Diagonalpass auf Koch spielte, welcher den Ball an der Strafraumgrenze gefühlvoll volley nahm und über den Fürther Hüter, welcher zu weit draußen stand, lupfte und zum 1:0 traf. Die Hütte wurde warm und die Leute um uns herum bedienter.

Dynamoblock
Spruchband der SGD

Mit der frühen Führung im Rücken spielte Dynamo in der Folge dann sehr konzentriert und ließ wenig zu. Fürth brauchte eine ganze Weile um sich von diesem Schock zu erholen. In der 27. Minute holten sie sich eine Ecke raus. Diese flog in den 5 Meterraum und wurde von Occean blitzsauber ins Tor geköpft. Riesenjubel im Block. Doch denkste, das Tor zählte nicht, warum, das wurde uns im Stadion nicht klar. Später erfuhren wir, dass der Ball wohn vorher schon im Toraus war.
Doch wer dachte das Fürth jetzt aufwachen würde und mehr investieren würde, sah sich getäuscht. Und so ging es absolut verdient mit 1:0 in die Pause.

Wir vertrieben uns die Halbzeit mit einigen interessanten Gesprächen mit den Fürthern und versuchten vor allem durch lustige Bewegungen unserer Körper zu wärmen.

In der zweiten Halbzeit erwartete der Fanblock dann endlich eine Reaktion der Fürther. Diese kamen in der Tat schwungvoller aus der Kabine und erspielten sich in der 53. Minute eine Jahrhundertchance. Nach einer schönen Flanke von rechts kommt Nöthe im Fünfmeterraum unbedrängt zum Kopfball und köpft die Pille zentimeter am Gehäuse vorbei. Den muss er machen. Es war die beste Chance der Fürther bisher und dann kam es knüppeldicke.

Dynamo im direkten Gegenzug nach einem Riesenbock eines Fürthers mit schnellem Konterspiel. Am Ende der Passorgie steht Pote, welcher überlegt und souverän zum 2:0 ins lange Eck einschob. Die Hütte am Explodieren und Fürth komplett geschockt. So hart kann Fußball sein, eben noch die Jahrhundertchance zum Ausgleich und schon liegst du in derselben Minute 2:0 hinten.

K Block
K-Block Dynamo

Dynamo drückte jetzt auf die endgültige Entscheidung. Doch es war der Fürther Sararer, welcher von Links flanken wollte, diese Flanke aber missglückte und segelte über den verdutzten Hesel im Dynamotor zum 2:1 ins lange Eck. Ein Tor wie aus dem Nichts und absolut kurios.
Und plötzlich war der Knoten geplatzt, von jetzt an Fürth am Drücker. Es wurden sich endlich ansehnliche Chancen erspielt, doch Dynamo konnte mit Mann und Maus den Ausgleich verhindern und selber kontern. So war es in der 73. Minute Dedic der über die linke Seite lief und alle austanzte, dann aber am Fürther Hüter scheiterte. Doch der Ball prallte zu Dedic zurück und im zweiten Versuch hatte er keine Mühe und schob zum 3:1 für Dresden ein.
Mitten in der Fürther Drangphase schlug Dynamo erneut zu.
Sechs Minuten später bekam Fürth dann einen Handelfmeter zugesprochen, doch auch diesen konnte Fürth nicht verwerten, da Hesel den stark geschossenen Ball in der rechten Ecke parierte.
Danach war jedem klar, Dynamo zieht das Ding hier heute und so gewann Dynamo letztendlich verdient mit 3:1 gegen über weite Strecken harmlos agierende Fürther.

Elfer
Verschossen!

Zur Stimmung kann wieder nur gesagt werden großartig. Dynamo aufgrund des guten Spielverlaufes mit einer großen Mitmachquote auf allen Rängen, sodass es immer wieder brachial Laut wurde. Hat mir wie immer sehr gut gefallen und hat auch wieder sehr imponiert. Insbesondere das „Schalalalala ooohhhoooo Dynamo“ mit dazugehöriger Hüpfeinlage, wurde nach dem 3:1 von allen Fans getragen und wusste sehr zu beeindrucken.



Video Schalalala Ohhhooo

Die Fürther mit circa 300 Mann in die sächsische Landeshauptstadt gereist, wussten mit leidenschaftlichen und melodischen Gesängen zu überzeugen. Hierbei wurden viele kreative Lieder vorgetragen, welche nicht in jeder Szene zu hören sind. Erst nach dem verschossenen Elfmeter flachte die Stimmung, dann verständlicherweise etwas ab. Aber alles in allem war dies ein solider Auftritt, der mit textlich sehr gefallen hat, auch wenn er nicht gegen die Lautstärke der Dynamos ankam. Musste er aber auch nicht. Auch insgesamt stellten sich die Fürther als ein sympathisches Völkchen dar, sodass weitere Spielbesuche mit Kleeblattbeteiligung nicht auszuschließen sind.

Nach dem Schlusspfiff verabschiedeten wir uns von den Fürther und liefen zum Parkhaus zurück, am Auto noch mit etwas Tee aufgewärmt und dann ging es ab nach Berlin. Auch diese Fahrt verlief absolut problemlos und nach gut 2 Stunden kamen wir am Elternhaus des Hannoveraners an. Noch schnell bei Burger King gespeist, schlechte Pommes reklamiert und paar Berliner Urtypen beobachtet, ehe wir beim Hannoveraner einkehrten.
Nach dem ich den Jungs beim FIFA-Turnier zeigte, wie ein Spitzenreiter zu spielen hat und die Jungs ihre Aufkleber tauschten, ging es dann gegen 4 Uhr morgens auch endlich ins Bett. Am Samstag sollte dann noch ein weiteres Spiel folgen, dessen Bericht ihr hier lesen könnt.

Weitere Bilder gibt es hier!

Spielüberblick:

SG Dynamo Dresden: Hesl – Guèye, Brégerie, Jungwirth, Schuppan – Solga, Papadopoulos (83. Fiel) – Koch, Trojan (88. Walch) – Poté (85. Fort), Dedic

Spvgg Greuther Fürth: Grün – Nehrig, Kleine, Mavraj, Schmidtgal – Pekovic (57. Sararer), Fürstner – Prib, Schröck – Occean, Nöthe (76. Schahin)

Tore: 1:0 Koch (5.), 2:0 Poté (53.), 2:1 Sararer (62.), 3:1 Dedic (73.)

Zuschauer: 23.555


1 Antwort auf „SGD gegen SPVGG“


  1. 1 NORTHEND 09. Februar 2012 um 23:37 Uhr

    Was mir gefällt: uneingeschränkter Respekt für den Dresdner Support! Habe Deinen Bericht gerne gelesen – zumal aus dem Gästeblock heraus beobachtet!

    Gruß!

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